Neben der berühmten Ringstraße und dem Goldenen Kreis im Südwesten Islands gibt es eine weitere Route im Norden des Landes, die die bekanntesten Orte und atemberaubende Naturwunder der Region verbindet: der Diamond Circle. Wo die Route lang führt und welche Stationen auf der Fahrt auf dem Diamond Circle auf keinen Fall verpasst werden sollten, zeigen wir in diesem Blogartikel. 

Rundreise im Norden Islands

Der Diamond Circle, oder Demantshringurinn auf Isländisch, ist eine großartige und beliebte neue Reiseroute im Norden von Island. Sie umfasst 250 Kilometer und führt an einigen der spektakulärsten Orte der Insel vorbei. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Diamond Circle gehören der Goðafoss Wasserfall, das Hafenstädtchen Húsavík, die malerische Ásbyrgi Schlucht, der Wasserfall Dettifoss und abschließend das Mývatn Geothermalbad und der See Mývatn.  

Aufgrund der Lage und der Entfernung zu Reykjavík ist diese Reiseroute im Vergleich zum Golden Circle weniger bekannt und auch weniger besucht, was angesichts der einzigartigen Landschaft der Region ein absolutes Versäumnis ist. Wer also Lust auf unvergessliche Ausflüge hat und auf der Ringstraße unterwegs ist, hat die perfekte Gelegenheit, um hier ein paar Stopps einzulegen. 

Der Wasserfall Goðafoss

Godafoss Wasserfall

Der Goðafoss ist mit 30 Metern Breite und 12 Metern Höhe einer der größten und bekanntesten Wasserfälle in ganz Island. Er wird vom Fluss Skjálfandafljót gespeist, der durch ein 7000 Jahre altes Lavafeld vom Vulkan Trölladyngja fließt. Einheimische nennen den Wasserfall auch Götterwasserfall, denn der Sage nach soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði, als Island christlich wurde, die nordischen Götterstatuen in den Wasserfall geworfen haben. 

Es gibt zwei Wege, um nah an den Wasserfall heranzukommen: Aus dem Westen kann man einfach vom Parkplatz zum Fluss und zum Wasserfall laufen und wenn man von Osten kommen, kann man vom Servicehaus in Fosshóll einem Weg zum nahe gelegenen Wasserfall folgen.

Die Walhauptstadt Islands - Húsavik

Walbeobachtung © Jesse FloresDie älteste Stadt Islands ist nicht nur durch die vielen Walbeobachtungen bekannt, sondern auch durch eine Verbindung zum Eurovision Song Contest im Jahr 2020. Denn Húsavik ist der Hauptschauplatz des Films „Eurovision Song Contest: The Story of Fire and Saga“. Einst war Húsavik der bedeutendste Walfang-Hafen im Norden Islands, doch durch die immer lauter werdende Kritik am Walfang gab es in der Stadt einen Wandel. Statt die Wale zu fangen, bringen die alten Schiffe heute Touristen in den Fjord, um die friedlichen Giganten zu beobachten. Über 20 Walarten kommen in die Skjaldfandi Bucht um zu fressen, deshalb ist die Chance einen Wal zu sehen vergleichsweise sehr hoch. Wer sich noch weiter über Wale informieren möchte, für den bietet sich das Walmuseum in der kleinen Hafenstadt an. Hier wird neben den ausführlichen Informationen über Wale und den ausgestellten Walskeletten auch der Weg vom Walfang zum Whale Watching genauer geschildert. Eine weitere Attraktion ist die im Jahr 1907 geweihte Holzkirche im Zentrum der Stadt. 

Die Ásbyrgi-Schlucht

Der nächste Halt auf der Route des Diamond Circle ist die hufeisenförmige Ásbyrgi Schlucht in Öxarfjörðu mitten im Vatnajökull Nationalpark. Wissenschaftler sagen zwar, dass die Schlucht durch Wasser entstanden ist, welches vor etwa 10.000 Jahren im Fluss Jökulsa a Fjöllum durch die 3,5 Kilometer lange Schlucht floss und den Fels abschliff, aber die Isländer haben auch für diesen magischen Ort eine Sage über die Entstehung. So soll Sleipnir, das achtbeinige fliegende Pferd des nordischen Gottes Odin, bei einem Austritt versehentlich mit einer seiner gigantischen Hufe die Erde berührt haben, wodurch die Hufeisen-Schlucht als Abdruck zurückblieb. Immer noch wird die Schlucht als Hauptstadt der verborgenen Wesen bezeichnet und es wird erzählt, dass auch heute noch Elfen und Trolle in Ásbyrgi leben. 

In der Schlucht gibt es direkt zu Beginn der Straße 861 ein kleines Besucherzentrum, wo sich Besucher über den Nationalpark informieren und ein paar kleine Souvenirs kaufen können. Wer der Straße 861 weiter folgt, kommt zum großen Campingplatz mitten in der Schlucht, der zum Übernachten einlädt.

Der Wasserfall Dettifoss

DettifossMit einer Fließstärke von ca. 200 m³/s Wasser im Sommer ist der Dettifoss Wasserfall einer der stärksten Wasserfälle in ganz Europa. Er liegt nur 30 Kilometer von der Ásbyrgi-Schlucht entfernt im nördlichen Teil des Vatnajökull Nationalparks. Mit einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von 45 Metern ist der Wasserfall der größte in einer ganzen Reihe von Wasserfällen in der Nähe. 

Dettifoss schneidet den Fluss Jökulsá á Fjöllum in einem ganz bestimmten Winkel, was dazu führt, dass Betrachter eine vollkommen unterschiedliche Erfahrung machen, je nachdem welche Seite besucht wird. Wer aus dem Westen von der asphaltierten Straße 862 kommt, muss zunächst 15 Minuten über wüstenartiges Terrain wandern, bis man die Aussichtsplattform erreicht. Für die Wanderung wird man aber ausreichend mit einem atemberaubenden Erlebnis belohnt, wenn man auf Kopfhöhe mit dem Wasserfall ist und dessen Kraft spüren kann. Die andere Seite des Dettifoss ist über die Schotterstraße 864 erreichbar. Vom Parkplatz ist die Aussichtsplattform in 10 Minuten zu erreichen. Der Ausblick auf den Wasserfall ist am Morgen besonders schön, wenn die Sonne das sprühende Wasser von hinten anleuchtet und Regenbögen erscheinen lässt.

Der See Mývatn und Umgebung

See MyvatnZu guter Letzt auf der Route des Diamond Circle liegt der See Mývatn und seine vielseitigen umliegenden Sehenswürdigkeiten. Der See ist vor mehr als 2.000 Jahren durch einen Ausbruch des Vulkans Krafla entstanden und besonders bekannt durch seine vielen Zuckmücken, die Besucher belagern. Trotzdem sollte man sich nicht davon abhalten lassen, diesen wunderschönen Ort zu besuchen. Die vielfältigen Landschaften und außergewöhnlichen Kräfte, die diesen Ort geformt haben, sind es wirklich wert. 

Am Südufer des Mývatn  lohnt es sich die spektakulären Pseudokrater Skútustaðagígar zu bewandern, die einen fantastischen Ausblick in alle Richtungen ermöglichen und die Heimat für so einige Vogelarten wie z. B. diverse Entenarten oder den Jagdfalken sind. Die Krater entstanden vor Tausenden von Jahren durch eine unterirdische Gasexplosion und stehen mittlerweile als natürliches Feuchtgebiet unter Schutz.

Im Osten des Sees kann man direkt an der Straße 1 in herrlich warmen Quellen baden und die tolle Aussicht und im Winter sogar die Nordlichter zu bewundern. Außerdem ist das Mývatn Naturbad eine tolle Alternative zur Blauen Lagune im Süden Islands und zudem auch preiswerter.

See Myvatn/ Höhle Grjótagjá

 

Tipp: Rund um den See gibt es verschiedene Höhlen, die besichtigt werden können. Dazu gehören unter anderem die Grjótagjá, eine Höhle mit einem kleinen See (Achtung, obwohl der See im 18. Jahrhundert eine Badestelle war, ist er nicht nur mittlerweile mit 60 °C zu heiß zum Baden, sondern es ist auch verboten, in ihm zu schwimmen) und die Lava-Eis-Höhle Lofthellir.  

 

 

Geheimtipps

Wer neben den bereits genannten Attraktionen noch weitere Abstecher machen will, für den empfehlen wir folgende fantastische Orte:

  • Tjörnes (ein Geheimtipp, um im Frühsommer Papageientaucher zu beobachten)
  • Jökulsárgljúfur (schwarzer Lavastrand mit Blick auf Ostisland)
  • Hljodaklettar (Echofelsen – Ansammlung säulenförmiger Felsen am Anfang des Vesturdalur-Tals – nur im Sommer zugänglich)
  • Dimmuborgir (Dunkler Berg in der Nähe des Mývatn-Sees, beliebter Drehort z. B. für Game of Thrones)
  • Der Námaskarð Pass (Geothermalgebiet am Berg Námafjall mit vielen heißen Quellen und Fumarolen)
     

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