Haben Sie jemals darüber nachgedacht, Nordisland statt Südisland zu besuchen und sich gefragt, wie Sie dort am besten Ihre Zeit verbringen? Als Teammitglied von Iceland ProTravel habe ich die Highlights des Nordens getestet und möchte sie gerne mit Ihnen teilen, um Sie ein wenig zu inspirieren.

Ich habe Nordisland im April besucht und ich kann Ihnen diesen Monat zum Reisen nur empfehlen, vor allem wenn Sie es vermeiden wollen, größeren Touristengruppen zu begegnen. Anstelle von kaltem und stürmischem Wetter erlebte ich sonnige Tage und Temperaturen zwischen 3 und 7 Grad Celsius.

Ich war mit einer Reisegruppe unterwegs und wir starteten unseren Trip inkl. Reiseleiterin am 4. April 2019, flogen mit Icelandair nach Keflavik und von dort mit einer kleinen Maschine nach Akureyri. Nach unserer Ankunft fuhren wir in die Gegend des Mývatn-Sees, genossen ein schnelles Abendessen, packten unsere Badesachen ein und besuchten das Geothermalbad Mývatn Nature Baths. Es war für mich eine unglaubliche Erfahrung, in einer heißen natürlichen Quelle zu entspannen und ein gesundes Bad zu genießen, während ich in den Himmel schauen und die Sterne sehen konnte. Ich wurde komplett von Dampf umgeben, der mich für die wenigen anderen Gäste unsichtbar machte, die dort mit uns am späten Abend entspannten.

Natur- oder Geothermalbäder, wie die heißen Quellen in Island oft genannt werden, enthalten viele Mineralien, die gut für die Haut sind und sie weich und geschmeidig machen. Außerdem können sie auch eine heilende Wirkung auf Hautkrankheiten haben. Das Wasser in den Bädern ist zwischen 36 und 40°C warm, sodass Erholung garantiert ist, insbesondere wenn es draußen kalt ist.

Nachdem wir die Mývatn Nature Baths verlassen hatten, trafen wir Anton, Inhaber von Geo Travel, der uns mit auf eine Nordlichttour nahm, und wir hatten so ein Glück! Nur eine kurze Autofahrt von unserem Hotel entfernt hielten wir an und konnten etwa eine Stunde lang die magischen Lichter am Himmel bewundern! Ein wirklich einzigartiges und atemberaubendes Erlebnis! Kleiner Tipp: ziehen Sie sich per Zwiebelprinzip warm an, da die Temperaturen nach Einbruch der Dunkelheit ziemlich schnell fallen.

Myvatn-Nature-Baths.jpg northern-lights-myvatn.jpg Grjotagja1.jpg

Am nächsten Tag standen wir früh auf und erkundeten die Gegend rund um den Mývatn-See. Das Mývatn-Gebiet ist besonders für seine Naturwunder bekannt. Zuerst machten wir Halt an der Grjótargjá, einer kleinen Höhle, die von außen fast unsichtbar wäre, wenn aus ihr kein Dampf austreten würde. Früher war sie mal ein beliebter Badeort für Einheimische, da das Wasser in der Höhle kristallklar war und eine perfekte Badetemperatur hatte. Tatsächlich ist es heute auch noch so klar, dass ich fast hineingetreten wäre! Festes Schuhwerk ist für den Besuch der Höhle sehr zu empfehlen, da sie durch den Dampf des heißen Wassers feucht und rutschig ist. Heute kann man in Grjótargjá nicht mehr baden, da die Wassertemperatur aufgrund geologischer Aktivität zwischen 1975 und 1984 auf 46°C angestiegen sind.

Von Grjótargjá aus fuhren wir dann nach Dimmuborgir, einem Lavafeld in der Nähe des Mývatn-Sees. Sein Name kann mit „dunkle Stadt“ übersetzt werden. Die vielen bizarren Steinformationen, die Sie hier finden, sollen einmal Trolle gewesen sein, die bis zum Morgengrauen ausgelassen feierten. Sobald jedoch die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brachen, verwandelten sie sich in Stein.

Myvatn-Area.jpg Myvatn-Area-Dimmuborgir.jpg Place-for-the-Yule-Lads.jpg

In Dimmuborgir leben auch die berühmten 13 isländischen Weihnachtsmänner. Während sie sich im Sommer ausruhen und sich von den Menschen fernhalten, können Sie sie hier vor allem zur Weihnachtszeit antreffen. Das mysteriöse und außergewöhnliche Gebiet entstand vor etwa 2.000 Jahren. Es diente auch als Drehort für die berühmte TV-Serie Game of Thrones.

Als nächstes führte unser Ausflug weiter nach Húsavik, wo wir ein fantastisches Mittagessen im Salka Restaurant genossen. Danach besuchten wir unser zweites Geothermalbad: Geosea – Geothermal Sea Baths. Geosea ist sehr neu und modern, und von dort aus haben Sie einen fantastischen Blick auf das kühle Meer, während Sie im heißen Wasser entspannen und ein Getränk Ihrer Wahl genießen, das Sie an der Wasser-Bar bestellen können. Es ist wirklich einen Besuch wert, da die Aussicht vom Infinity Pool unbezahlbar ist.

Wenn Sie der Meinung sind, dass das genug Spaß für einen Tag gewesen sein sollte, dann machen Sie sich auf etwas mehr gefasst! Wir verließen Geosea tiefenentspannt und machten uns auf zum berühmten Goðafoss Wasserfall – dem Wasserfall der Götter. Was für ein spektakuläres Erlebnis! Ich wollte am liebsten für immer dort stehen bleiben und zusehen, wie das Wasser mit donnerndem Getöse in einer Endlosschleife die Abhänge hinunterrauscht. Die Naturgewalten haben mich einfach überwältigt! Das Wasser stammt aus dem Fluss Skjálfandafljót und fällt 12 Meter tief, mit einer Breite von 30 Metern.

Geosea.jpg Godafoss.jpg Hlidarfjall.jpg

Da aber noch mehr Spaß und Action für den Tag geplant war, ging es für uns nach einer Weile weiter nach Akureyri. Dort checkten wir in unser Hotel ein, zogen unsere Skioutfits an und fuhren ins Skigebiet Hlíðarfjall. (Ja, wir haben all das wirklich an einem Tag gemacht!) Nach unserer Ankunft wurden wir je nach Erfahrung in Gruppen eingeteilt. Ich habe meine Zeit mit den anderen Anfängern genossen und ich bin stolz darauf sagen zu können, dass ich mein erstes Mal Skifahren heile überstanden habe! Am Ende des Tages hatten wir ein leckeres Abendessen im Greifinn Restaurant in Akureyri (die Sauce Béarnaise dort ist mehr als empfehlenswert!), und fielen danach alle glücklich und müde in unsere gemütlichen Betten.

An unserem letzten Tag in Akureyri hatten wir eine Walsafari gebucht. Und wir wurden nicht enttäuscht: nachdem wir über eine Stunde raus auf das offene Meer gefahren sind, haben wir einen Blauwal gesehen! Das war sehr besonders und ist ziemlich selten – der letzte Blauwal wurde dort im Februar 2018 gesichtet. Das Wetter war kalt, aber sonnig, sodass wir ein paar schöne Bilder machen konnten, obwohl das Boot ziemlich stark schwankte und ich ein bisschen seekrank wurde.

Whale-Watching.jpg beer-spa-and-kaldi.jpg beer-spa-and-kaldi1.jpg

Von dort ging es weiter zu unserem vorletzten spektakulären Halt auf unserer Reise – dem Bier Spa Bjórböðin und der Bruggsmiðjan Kaldi Brauerei – dem ersten Bierbad und der ersten Mikrobrauerei in Island. Nach einem netten Mittagessen im Spa-Restaurant konnten wir ein 25-minütiges Bierbad genießen, entspannende Musik hören und ein frisch gezapftes Bier trinken. Die Badezuber sind mit 35°C warmem jungen Bier gefüllt, das keinen Alkohol enthält sowie Wasser, Hopfen und Hefe. Das Spa empfiehlt, erst einige Stunden nach dem Bad zu duschen, da sich das Bier positiv auf Haut und Haare auswirkt und Sie müssen auch keine Angst haben, wie nach einer durchzechten Nacht zu riechen, da es keinen Alkohol enthält. Nach dem Bad (das nach Ablauf der Zeit automatisch geleert wird) gingen wir in einen Ruheraum, wo wir uns weitere 25 Minuten entspannten, bevor wir diesen erholsamen Ort verlassen mussten.

Danach ging es zur Kaldi-Mikrobrauerei, nur wenige Minuten vom Spa entfernt. Dort erfuhren wir vom phänomenalen Erfolg der Brauerei in Island und probierten einige ihrer besten Biere. Bruggsmidjan Kaldi wurde 2006 gegründet und beinhaltet auch einen kleinen Laden, in dem Sie beispielsweise T-Shirts, Biergläser, Bier-Badesalz oder Shampoo kaufen können.

Bevor wir uns schweren Herzens zum Flughafen aufmachten, hielten wir für einen letzten Stopp am Strikid Restaurant in Akureyri. Hier wurden wir mit ausgefallenen Gerichten, freundlichem Personal und einem fantastischen Ausblick auf den Hafen beeindruckt.

Natürlich wäre ich gerne länger geblieben, aber letztendlich bin ich einfach sehr dankbar für tolle Erlebnisse, schönes Wetter, freundliche Leute und viel Spaß! Ich kann einen Besuch in Nordisland im April nur wärmstens empfehlen, da es nicht zu kalt ist und Sie immer noch gute Chancen haben, Nordlichter zu sehen. Außerdem waren alle Orte, die wir besucht haben, überhaupt nicht überfüllt.

Vergessen Sie nur nicht, wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, eine warme Mütze, Schal und Handschuhe einzupacken. Ich empfehle, auch Skiunterwäsche oder Ähnliches mitzunehmen, und schon kann es losgehen! Für mich war die ganze Reise ein Highlight – die Natur, die Bäder, das Essen, die Aktivitäten und die Menschen – das alles hat die Zeit einzigartig und wunderbar gemacht. Ich komme ganz sicher wieder!